Warum AD(H)S etwas Gutes ist oder: Aufmerksamkeit ist wenn man…oh eine Banane!

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Klingt erst einmal wie eine furchtbare Krankheit. Ich behaupte: alles halb so wild. Man muss es nur zu nutzen wissen. Den Selbstversuch starte ich gerade und die komplette Welt des Internets kann mitlesen.

So sie denn will.

Mir war bereits in der Schule häufig langweilig, weil mich die Lehrer nicht so recht zu nehmen wussten. Heute würde man das wohl anders machen. Damals habe ich gestört, wurde aus dem Raum verwiesen und habe dann erst recht Blödsinn gemacht. Im Jetzt würden Pädagogen sicher nach dem Grund des Ganzen fragen.

Warum kann sich jemand nicht lange auf eine Sache konzentrieren?

In meinem Fall ist das recht einfach. Ich finde viele Dinge sehr spannend. Ich kann mich sehr schnell für etwas begeistern. Ist mein Interesse erst geweckt, dann lese ich mich ein, schaue Videos auf YouTube, höre mich um.

Ich will alles über alles wissen.

Ein Golfkurs, eine Drohne, ein neues Moped, die richtige Haarschneidemaschine, ein neues Körbchen für den Hund. Ach und noch einen Mixer, einen guten natürlich. Gut, da haben wir also eine kleine Liste an Dingen, die für mich spannend sind. Und alles wird, das ist die Krux, nacheinander beackert.

Seltsam, nicht wahr?

Am Ende der Geschichte habe ich mir vermutlich all die Sachen angeschafft. Ich kann aber auch behaupten über all das bestens informiert zu sein. Dann weiß ich, wie man einen grünen Smoothie macht, kenne die Regeln des Golf Spiels, habe wenig Geld für den besten Haarschneider ausgegeben, und warte mit dem Kauf eines Mopeds, bis ich mir auch das besorgen kann, was ich wirklich will. Verrückt! Sagten doch die Lehrer, dass ich mich nicht konzentrieren könnte, dass ich gar dumm sein könnte. Vermutlich war mir nur langweilig. Heute weiß ich das besser. Heute nutze ich es.

Und wie?

Ich werde Journalist und verbinde das Angenehme mit dem Nützlichen. Wie das geht? Ich kann mich den ganzen Tag mit Themen beschäftigen, die mich interessieren, kann mich verlieren in einer Recherche. Ich kann so tief in der Materie rumstochern, wie ich das will. Und am Ende kann ich darüber schreiben. Wäre doch zu schön wenn jemand lesen könnte was ich erlebe. Wenn ich damit andere begeistern kann, dann haben wir alle etwas davon.

Ach, um auch noch ein bisschen Realismus zu verbreiten: das mit der Aufmerksamkeit ist nicht immer gut. Manchmal will man nur ein Glas aus der Küche holen und dann hat man sie geputzt… Moment, das ist doch sinnvoll!

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3 Gedanken zu “Warum AD(H)S etwas Gutes ist oder: Aufmerksamkeit ist wenn man…oh eine Banane!

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